Abgrenzung zwischen Dermatillomanie und klassischem „Ritzen“

Disclaimer: Die meisten von uns sind nicht heilkundlich ausgebildet. Unsere Blogartikel beruhen auf Selbstbeobachtung. Dieser Artikel vermag lediglich eine Orientierung zu geben. Wir können und wollen keine Diagnosen stellen.

Manche Betroffene von Dermatillomanie fügen sich die kleinen Verletzungen an der Haut nicht in erster Linie mit den Fingern, sondern mit winzigen, oberflächlichen Hautschnitten zu, oft mit einer Rasierklinge. Daher stellt sich die Frage: wo hört Derma auf, wo fängt „Ritzen“ an? Wie kann  man die beiden abgrenzen?

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Nach unserem Ansatz dient Derma (wie alle BFRBs) dazu, durch die sich wiederholenden Impulse eine leichte Trance herbeizuführen/ zu „driften“/ „Nebel zu produzieren“. Wenn wir es mal mit Drogen vergleichen, wirken Trich, Derma, Ony und Morsi im System der inneren Anteile wie „Downer“. Der Zweck der Impulse liegt darin „eine Nebeldecke“ zu schaffen, mit der man Persönlichkeitsanteile unterdrücken kann (mehr hierzu in unserem Leitartikel).

Manche Menschen haben aber auch Symptome, die nach unserem Verständnis eher wie „Upper“ wirken. Insbesondere haben tiefe Schnitte in die Haut („Ritzen“) genau die entgegengesetzte Wirkung von Trich, Derma, Ony und Morsi. Bei tiefen Hautschnitten wird die Trance/ der Nebel nach unseren Beobachtungen nicht verstärkt, sondern aufgelöst. „Schneidedruck“ entsteht nach unserem Verständnis häufig gerade deshalb, weil die heruntergedrückten Persönlichkeitsanteile „keine Lust mehr auf den Nebel haben“, und „wieder nach oben wollen“.

Als weiteres Unterscheidungsmerkmal kann man sich die Dauer der Episoden und die Intensität der Eingriffe ansehen. Betroffene von Derma knibbeln häufig über einen längeren Zeitraum an der Haut, zum Teil sind es mehrere Stunden. Dafür ist der einzelne Eingriff nicht sehr intensiv, selbst dann nicht, wenn er in Form von winzigen Hautschnitten geschieht („leicht aber lang“). Tiefe Hautschnitte sind demgegenüber meist durch wenige, aber intensive Eingriffe gekennzeichnet („dolle aber kurz“).

Nach unserem Verständnis gehören klassische, tiefe Hautschnitte, die den Zweck haben den Nebel zu durchbrechen, nicht in die Gruppe der BFRBs.

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